Eine Bandscheibenextrusion nach Hansen Typ I ist eine meist akut auftretende Form der Bandscheibenerkrankung beim Hund. Dabei tritt degeneriertes Material aus dem Gallertkern durch den Faserring in den Wirbelkanal aus und kann Rückenmark oder Nervenwurzeln komprimieren und verletzen.
Extrusion statt Protrusion
Die fachlich korrekte Bezeichnung für Hansen Typ I ist Extrusion. Als Hansen Typ II wird dagegen eine meist langsam fortschreitende Protrusion bezeichnet, bei der sich der Faserring in den Wirbelkanal vorwölbt. Die Formen können sich in Verlauf und Bildgebung unterscheiden.
Welche Symptome können auftreten?
Mögliche Anzeichen reichen von Schmerzen und einem unsicheren Gang bis zu Lähmungserscheinungen sowie Störungen von Harn- oder Kotabsatz. Plötzlich auftretende Schwäche oder Lähmung ist ein tiermedizinischer Notfall und sollte sofort abgeklärt werden.
Diagnose und Behandlung
Die neurologische Untersuchung lokalisiert die betroffene Rückenmarksregion. Für die genaue Darstellung werden je nach Fall CT oder MRT eingesetzt. Die Behandlung richtet sich unter anderem nach neurologischem Schweregrad, Bildgebung, Schmerz und Verlauf und kann konservative oder operative Maßnahmen umfassen.
Fachquelle: Fenn et al.: Classification of Intervertebral Disc Disease

